Ankommen in Deutschland

Flüchtlinge und Asylsuchende kommen in Deutschland an und finden normalerweise zunächst in einer „Landeserstaufnahmestelle“ (z. B in Karlsruhe oder Meßstetten) eine Unterkunft für mehrere Tage bis einige Wochen. Dort können sie ihren Antrag auf Asyl oder Flüchtlingsstatus stellen.

In einer Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises wohnen die Flüchtlinge und Asylsuchende bis das Bundesamt für Migration und Flucht über den jeweiligen Antrag entschieden hat. Ab Herbst 2014 war in Holzgerlingen für rund 70 Menschen Platz, die auf die Bearbeitung ihres Asylantrags warten. Derzeit wohnen hauptsächlich Migranten aus Afghanistan und Syrien in der Gemeinschaftsunterkunft im Bühleneck. Inzwischen sind an weiteren vier Standorten in der Stadt Platz für Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind.

In dieser Wartezeit, die 8-24 Monate oder manchmal sogar länger dauert, erhalten diese Flüchtlinge von Ehrenamtlichen Sprach- und Integrationsunterricht. Die Kinder lernen in einer Integrationsklasse die deutsche Sprache und werden bald in unser Schulsystem eingegliedert.

Erst nach Erhalt einer Aufenthaltserlaubnis für maximal 3 Jahre, einer Zuerkennung des Flüchtlingsstatus für maximal 3 Jahre oder die Zuerkennung des subsidiären Schutzes für 1 Jahr  haben diese Menschen Zugang zu einem großen Sprachkurs der Volkshochschule. Bei einem Sprachniveau A2-B1 besteht für sie eine realistische Möglichkeit, einen Arbeitsplatz zu finden.

In eine Wohnung können die Flüchtlinge und Asylanten ziehen, wenn der Aufenthaltsstatus geklärt ist und sie weitere Kriterien erfüllen. Die Abläufe beim Asylverfahren und die Aufenthaltsdauer in einer Unterkunft verschieben sich aber inzwischen durch die vielen Schutzsuchenden, die in den letzten Monaten in Deutschland angekommen sind.


Auch „Unbegleitete Minderjährige Asylsuchende“ kamen im vergangenen Jahr nach Deutschland. Für mehr als 50 Jugendliche musste das Jugendamt Böblingen einen neue Bleibe finden. Sie unterstehen dem Jugendschutzgesetz und dürfen nicht in einem Flüchtlingsheim untergebracht werden. Das Kreisjugendamt arbeitet eng mit den Pflegefamilien und Jugendhilfeeinrichtungen, z. B. dem Waldhaus zusammen. Eine Hand voll „Unbegleiteter Minderjähriger Jugendliche“ werden von Mitarbeitern des Waldhauses in einer Wohngemeinschaft in Holzgerlingen betreut.

Wie Hilfe unsererseits beim Ankommen in Deutschland aussehen kann, wird hier beschrieben.

Jede noch so kleine Hilfe ist wertvoll!